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Fristenrechner: Gesetzliche Frist zur Anfechtung eines Testaments berechnen

Bild Dr. Stephan Seitz
Autor:
Zuletzt aktualisiert: 12. September 2023

Das Erbe eines Verstorbenen kann oft zu unerwarteten Überraschungen führen. Ein Testament, das einige begünstigt und andere ausschließt, kann Spannungen und Fragen aufwerfen. Wenn Sie sich in der Position befinden, von einem Testament ausgeschlossen zu werden, obwohl Sie nach der gesetzlichen Erbfolge Anspruch hätten, könnten Sie sich fragen: Ist das Testament überhaupt gültig? Kann ich dagegen vorgehen? Dieser Beitrag wird Licht ins Dunkel bringen, indem er die Gründe aufzeigt, unter welchen ein Testament angefochten werden kann, und Ihnen Ratschläge gibt, wie Sie in solchen Situationen vorgehen sollten.

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Inhaltsverzeichnis: Darum geht es auf dieser Seite

Bitte beachten Sie meine rechtlichen Hinweise für diese Webseite.

Eingabehilfen zum Fristenrechner für die Anfechtung eines Testaments

Bei der Nutzung des Fristenrechners zur Bestimmung der Anfechtungsfrist eines Testaments sind mehrere Schritte und Eingaben erforderlich, um ein korrektes Ergebnis zu erzielen. Hier sind die notwendigen Informationen und Hinweise zusammengefasst:

  • Fristart auswählen: Um eine korrekte Berechnung durchzuführen, sollte zu Beginn Anfechtung Testament als Fristart ausgewählt werden. In den meisten Fällen beträgt die Anfechtungsfrist ein Jahr. Dieser Zeitraum startet, sobald der Anfechtungsberechtigte Kenntnis vom Anfechtungsgrund hat.
  • Datum des Fristbeginns festlegen: Dieses Datum ist entscheidend, da es den Beginn der Anfechtungsfrist markiert. Es basiert auf dem Tag, an dem der Anfechtungsberechtigte erstmals vom Anfechtungsgrund erfahren hat.
  • Bundesland angeben: Die Fristberechnung kann je nach Bundesland variieren, da regionale Feiertage den Zeitraum beeinflussen können. Daher ist es unerlässlich, das korrekte Bundesland anzugeben, in dem sich der Nutzer aufhält oder in dem der Erbfall eingetreten ist. Der Fristenrechner bezieht diese Unterschiede in seine Kalkulation ein und stellt sicher, dass das Enddatum der Anfechtungsfrist präzise ermittelt wird.

Zusätzlich bietet der Fristenrechner weitere Funktionen und Hilfestellungen, die eine genaue und an die individuellen Umstände angepasste Fristberechnung ermöglichen.

Beispiele für die Frist zur Anfechtung eines Testaments

Standardfrist: Situation: Sie erhalten ein Testament und haben Zweifel an dessen Gültigkeit. Frist: Die reguläre Anfechtungsfrist beträgt ein Jahr ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes.

Unbekannter Aufenthaltsort des Anfechtungsberechtigten: Situation: Der Aufenthaltsort des Anfechtungsberechtigten ist unbekannt. Frist: Die Frist beginnt erst mit Kenntnisnahme des Anfechtungsgrundes durch den Anfechtungsberechtigten.

Minderjährige Anfechtungsberechtigte: Situation: Ein minderjähriger Erbe möchte das Testament anfechten. Frist: Auch hier beträgt die Frist in der Regel ein Jahr. Bei Minderjährigen ist jedoch zusätzlich eine Vertretung erforderlich. Weitere Informationen lesen Sie hier.

Was ist ein Testament?

Ein Testament ist eine schriftliche Erklärung einer Person, in der sie bestimmt, wie ihr Vermögen nach ihrem Tod verteilt werden soll. Es ermöglicht dem Erblasser, von der gesetzlichen Erbfolge abzuweichen und stattdessen individuelle Regelungen zu treffen. Ein Testament kann handschriftlich oder notariell verfasst werden. Es dient dazu, den letzten Willen des Verstorbenen festzuhalten und sicherzustellen, dass dieser auch umgesetzt wird.

Warum möchte man ein Testament anfechten?

Ein Testament spiegelt den letzten Willen des Erblassers wider. Doch manchmal entstehen Zweifel an der Gültigkeit dieses Dokuments. Vielleicht glauben die Erben, dass der Erblasser zum Zeitpunkt der Testamentsverfassung nicht in der Lage war, seinen wahren Willen zu äußern, oder sie vermuten, dass er unter Druck gesetzt wurde. In solchen Fällen kann es notwendig sein, das Testament anzufechten, um sicherzustellen, dass der wahre Wille des Erblassers respektiert wird.

Rechtliche Gründe für die Anfechtung eines Testaments

  • Fehlende Testierfähigkeit: Die Testierfähigkeit bezieht sich auf die geistige Fähigkeit einer Person, ein Testament zu erstellen. Personen, die an geistigen Erkrankungen wie Demenz leiden, können als nicht testierfähig angesehen werden. Die genaue Bestimmung der Testierfähigkeit kann komplex sein und erfordert oft die Einschätzung von Experten.
  • Formfehler: Ein Testament muss bestimmten formalen Anforderungen entsprechen, um als gültig betrachtet zu werden. Beispielsweise kann ein handschriftliches Testament ungültig sein, wenn es nicht alle formalen Anforderungen erfüllt, wie die vollständige handschriftliche Abfassung und Unterschrift des Erblassers.
  • Fälschung: Wenn Zweifel an der Echtheit des Testaments bestehen, kann es als gefälscht betrachtet werden. Ein schriftvergleichendes Gutachten kann in solchen Fällen erforderlich sein, um die Echtheit des Dokuments zu bestätigen oder zu widerlegen.
  • Irrtum: Ein Irrtum kann in verschiedenen Formen auftreten, z.B. als Erklärungsirrtum, Inhaltsirrtum oder Motivirrtum. Ein Erblasser könnte beispielsweise im Irrtum über die Identität einer Person sein oder einen Fehler in Bezug auf den Inhalt des Testaments machen.
  • Täuschung oder Drohung: Ein Testament kann angefochten werden, wenn der Erblasser beim Verfassen des Testaments getäuscht oder unter Druck gesetzt wurde. Dies könnte der Fall sein, wenn jemand den Erblasser irreführt oder bedroht, um Vorteile im Testament zu erhalten.
  • Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten: Gemäß § 2079 BGB kann ein Testament angefochten werden, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt der Erstellung seines Testamentes einen Pflichtteilsberechtigten irrtümlich übergangen hat. Das Gesetz besagt: „Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, wenn der Erblasser einen zur Zeit des Erbfalls vorhandenen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, dessen Vorhandensein ihm bei der Errichtung der Verfügung nicht bekannt war oder der erst nach der Errichtung geboren oder pflichtteilsberechtigt geworden ist. Die Anfechtung ist ausgeschlossen, soweit anzunehmen ist, dass der Erblasser auch bei Kenntnis der Sachlage die Verfügung getroffen haben würde.“ Ein solches Szenario kann eintreten, wenn der Erblasser nach der Errichtung des Testaments ein Kind bekommt oder erneut heiratet, da in beiden Fällen neue Pflichtteilsberechtigte hinzukommen. In solchen Situationen geht das Gesetz davon aus, dass der Erblasser bei Kenntnis dieser Pflichtteilsberechtigten möglicherweise anders verfügt hätte. Um das Testament dennoch aufrechtzuerhalten, muss diese Annahme widerlegt werden. Es muss nachgewiesen werden, dass der Erblasser auch in Kenntnis aller bestehenden und potenziellen Pflichtteilsberechtigten nicht anders verfügt hätte und das Testament inhaltlich unverändert geblieben wäre.
  • Verstoß gegen ein Gesetz: Ein Testament, das gegen geltende Gesetze verstößt, kann angefochten werden. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn das Testament Bestimmungen enthält, die rechtlich nicht durchsetzbar sind.
  • Bindung an gemeinschaftliches Testament oder Erbvertrag: Wenn bereits ein gemeinschaftliches Testament oder ein Erbvertrag besteht, der bestimmte Bindungen enthält, kann ein später erstelltes Testament, das diesen Bindungen widerspricht, angefochten werden.
  • Scheidung: In einigen Fällen kann eine Scheidung die Gültigkeit eines Testaments beeinflussen, insbesondere wenn das Testament Bestimmungen für den ehemaligen Ehepartner enthält.
  • Sittenwidrigkeit: Ein Testament, das gegen die guten Sitten verstößt, kann als ungültig betrachtet werden. Dies könnte der Fall sein, wenn das Testament Anordnungen enthält, die als unethisch oder unmoralisch betrachtet werden.

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Frist für die Anfechtung eines Testaments

Allgemeine Anfechtungsfrist: Definition: Die allgemeine Frist für die Anfechtung eines Testaments beträgt ein Jahr. Diese Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt. Relevanz: Wenn Sie glauben, dass ein Testament aus einem der oben genannten Gründe angefochten werden sollte, müssen Sie innerhalb dieses Zeitraums handeln.

Frist bei Testierunfähigkeit: Definition: Wenn die Anfechtung aufgrund von Testierunfähigkeit erfolgt, beginnt die Frist mit dem Tod des Erblassers. Relevanz: Dies ist besonders wichtig, wenn der Anfechtungsberechtigte erst nach dem Tod des Erblassers von dessen möglicher Testierunfähigkeit erfährt.

Frist bei Täuschung oder Drohung: Definition: Bei Anfechtung aufgrund von Täuschung oder Drohung beginnt die Frist, sobald die Täuschung entdeckt wird oder die Drohung aufhört zu wirken. Relevanz: Dies gibt dem Anfechtungsberechtigten ausreichend Zeit, um zu handeln, sobald er von der Täuschung oder Drohung Kenntnis erlangt.

Frist bei Verkündung eines Nacherben: Definition: Wenn ein Nacherbe eingesetzt wurde und der Vorerbe das Testament anfechten möchte, muss dies innerhalb eines Jahres nach Kenntnisnahme des Inhalts des Testaments geschehen. Relevanz: Dies stellt sicher, dass der Vorerbe genügend Zeit hat, um das Testament anzufechten, bevor der Nacherbe das Erbe antritt.

Verjährung: Definition: Unabhängig von den oben genannten Fristen verjährt das Recht zur Anfechtung eines Testaments nach 30 Jahren ab dem Zeitpunkt des Erbfalls. Relevanz: Dies stellt sicher, dass nach einer bestimmten Zeit Rechtssicherheit besteht und ein Testament nicht mehr angefochten werden kann.

So fechten Sie ein Testament an

  • Anfechtungsgrund prüfen: Bevor man ein Testament anficht, sollte man sicherstellen, dass ein gültiger Anfechtungsgrund vorliegt. Dies kann z.B. ein Formfehler, fehlende Testierfähigkeit des Erblassers oder die Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten sein.
  • Anfechtungserklärung: Wer ein Testament anfechten möchte, muss beim zuständigen Nachlassgericht, welches am letzten Wohnort des Erblassers ansässig ist, eine Anfechtungserklärung einreichen. Für diese Erklärung gibt es keine besonderen Formvorschriften. Das bedeutet, dass es nicht zwingend notwendig ist, die Anfechtung schriftlich vorzunehmen. Es ist sogar möglich, die Anfechtungserklärung mündlich beim Gericht einzureichen. Dennoch kann es aus Beweisgründen sinnvoll sein, die Anfechtung schriftlich zu formulieren.
  • Form der Anfechtung: Es gibt keine spezielle Formvorschrift für die Anfechtung eines Testaments. Es ist jedoch ratsam, die Anfechtung schriftlich vorzunehmen, um Beweise für die Anfechtung zu haben.
  • Fristen beachten: Die Anfechtung eines Testaments muss innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen. In der Regel beträgt diese Frist ein Jahr ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes und des Inhalts des Testaments. Bei der Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten beginnt die Frist jedoch erst mit Kenntnis des Todes des Erblassers.
  • Rechtsfolgen der Anfechtung: Wenn die Anfechtung erfolgreich ist, wird das Testament als nichtig betrachtet. Das bedeutet, dass das Testament so behandelt wird, als hätte es nie existiert. In diesem Fall tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

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